
Alois Mühlbacher – Popmashing Vivaldi

Alois Mühlbacher
Popmashing Vivaldi (EP)
Katalog Nr.: SM 565 (Digital Release)
Veröffentlichung: 24.04.2026
Alois Mühlbacher – Popmashing Vivaldi
Mit seinem neuen Album „Popmashing Vivaldi“ präsentiert der oberösterreichische Countertenor Alois Mühlbacher ein Projekt, das ebenso verblüfft wie vergnügt – eine musikalische Idee, die irgendwo zwischen barocker Virtuosität, augenzwinkernder Stilakrobatik und echter Liebeserklärung an zwei Welten liegt: liegt: den Pop und den Barock.
Für Alois Mühlbacher ein hörbarer Riesenspaß. Der Countertenor, der seit Jahren zu den spannendsten Stimmen der Barockszene zählt, bewegt sich darin mit einer Mischung aus Eleganz, Spielfreude und feinem Humor. Seine Stimme veredelt die Stücke mit jener barocken Gesangskunst, die man von ihm kennt: geschmeidige Linien, glitzernde Koloraturen und eine Ausdruckskraft, die selbst vertraute Popsongs plötzlich in einem völlig neuen Licht erscheinen lässt. Und man ertappt sich beim Hören unweigerlich bei dem Gedanken: Ja – vielleicht hätte Antonio Vivaldi tatsächlich genau so komponiert.
Arrangeur dieses charmanten Experiments ist Komponist Georg Wiesinger. Mit viel Feingefühl für Stil, Struktur und barocke Klangsprache hat er vier Popklassiker in eine musikalische Zeitmaschine gesteckt und sie mit der Raffinesse des venezianischen Barocks neu erdacht. Herausgekommen sind Schmankerl, die nicht bloß Parodie oder stilistische Spielerei sind – vielmehr entfalten sie eine erstaunliche Authentizität. Sequenzen, Generalbass, tänzerische Ritornelle und virtuose Linienführung lassen plötzlich erahnen, wie nahe sich barocke Affektkunst und moderne Popmelodik manchmal tatsächlich stehen.
Dass diese musikalische Zeitreise funktioniert, liegt nicht zuletzt an der hochkarätigen Besetzung des Albums. Mit dabei ist erneut das exzellente Spring String Quartet – mit Christian Wirth (Violine I), Marcus Wall (Violine II), Julian Gillesberger (Viola) und Stephan Punderlitschek (Violoncello) – ein Ensemble, das Mühlbacher seit Jahren begleitet und dessen stilistische Präzision ebenso beeindruckt wie seine lebendige Musizierfreude. Ergänzt wird das Ensemble durch herausragende Musikerinnen und Musiker der Barockszene: Erich Traxler und Andreas Stöger am Cembalo, Christina Kaser und Andreas Reckenzain am Kontrabass sowie der renommierte Lautenist Hubert Hoffmann. Gemeinsam formen sie einen Klangkörper, der so federnd, transparent und energiegeladen ist, dass man fast meint, in einem venezianischen Ospedale des frühen 18. Jahrhunderts zu sitzen – nur dass dort plötzlich Popgeschichte erklingt.
Das Programm des Albums liest sich dabei wie ein kleines Best-of der Popkultur: „Crazy“ (Brian Burton und Thomas Callaway), „Somewhere Only We Know“ (Tom Chaplin, Richard Hughes, Tim Rice-Oxley), „Every Breath You Take“ von Sting sowie „Billie Jean“ von Michael Jackson.
„Popmashing Vivaldi“ ist weit mehr als ein Crossover-Projekt. Es ist ein musikalisches Augenzwinkern mit Substanz – klug arrangiert, brillant musiziert und mit einer großen Portion Charme präsentiert. Das Album zeigt, wie zeitlos musikalische Ideen sein können, wenn sie mit Fantasie, handwerklicher Meisterschaft und mit einem „bissi“ österreichischem Schmäh umgesetzt werden.
Oder anders gesagt: Hätte Antonio Vivaldi im 21. Jahrhundert gelebt, hätte er vielleicht genau so viel Freude daran gehabt, Pop zu komponieren. Und hätte er einen Countertenor zur Verfügung gehabt wie Alois Mühlbacher – dann wäre das Ergebnis vermutlich gar nicht so weit entfernt von dem, was auf „Popmashing Vivaldi“ zu hören ist. Ein Album, das überrascht, begeistert und vor allem eines macht: richtig viel Spaß.
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