
Jordan Hadrill & Vienna Classical Players – Joseph de Bologne

Jordan Hadrill & Vienna Classical Players
Joseph de Bologne
Katalog Nr.: SM 563 (Digital Release)
Veröffentlichung: 11.09.2026
CD exclusiv im Shop 
Jordan Hadrill & Vienna Classical Players – Joseph de Bologne
Vergessene Stimmen der Musikgeschichte: Jordan Hadrill widmet sich Joseph Bologne
Was wir heute als Kanon der westlichen Kunstmusik kennen, ist kein unverrückbares Erbe, sondern das Ergebnis historischer Auswahlprozesse – und gesellschaftlicher Ausschlüsse. Mit ihrer neuen Aufnahme setzt die Geigerin Jordan Hadrill ein Zeichen gegen das Vergessen und rückt Komponist:innen ins Licht, die über Jahrhunderte aus dem kulturellen Gedächtnis verdrängt wurden.
Im Zentrum der Veröffentlichung steht das Violinkonzert Nr. 1 in G-Dur op. 2/1 von Joseph Bologne, Chevalier de Saint-Georges – einem der faszinierendsten und zugleich lange übersehenen Musiker des 18. Jahrhunderts. Gemeinsam mit den Vienna Classical Players interpretiert Hadrill ein Werk, das Virtuosität, Eleganz und emotionale Tiefe auf eindrucksvolle Weise vereint.
Joseph Bologne wurde 1745 auf Guadeloupe als Sohn eines französischen Plantagenbesitzers und einer versklavten Afrikanerin geboren. Früh nach Paris gebracht, machte er sich nicht nur als gefeierter Geiger, Dirigent und Komponist einen Namen, sondern auch als legendärer Fechtmeister. Als Leiter des Concert de la Loge Olympique verantwortete er die Uraufführungen von Haydns „Pariser Sinfonien“ und bewegte sich im engsten Kreis des französischen Hofes um Marie Antoinette. Dennoch verhinderten rassistische Vorurteile seinen dauerhaften Platz in der europäischen Musikgeschichte.
Für Jordan Hadrill wurde die Begegnung mit Bolognes Musik zu einer persönlichen Entdeckung. Ausgelöst durch einen Artikel in der New York Times begann eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Werk und seiner Biografie. „Ich wusste sofort: Diese Musik muss ich spielen“, beschreibt sie den Moment, der den Ausgangspunkt der Aufnahme bildete.
Bolognes erstes Violinkonzert entstand 1773 und zeugt von außergewöhnlicher kompositorischer Eigenständigkeit. Virtuose Passagen, expressive langsame Sätze und eine unverwechselbare Verbindung französischer Eleganz mit harmonischer Kühnheit verleihen dem Werk seine besondere Strahlkraft. Hadrill betont dabei nicht nur die technische Brillanz der Musik, sondern vor allem ihre emotionale und spirituelle Dimension: „Ich höre darin eine starke Persönlichkeit – tief spirituell und kämpferisch.“
Die Aufnahme mit den Vienna Classical Players entstand in Wien – jener Stadt, die Hadrills musikalischen Werdegang entscheidend geprägt hat. So wird das Projekt zugleich zu einer künstlerischen Rückkehr und zu einem leidenschaftlichen Plädoyer für eine vielfältigere, gerechtere Erinnerungskultur in der klassischen Musik.
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