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Chaos String Quartet – Chaos

Chaos String Quartet
Chaos
Katalog Nr.: SM 552
Veröffentlichung: 13.02.2026


Chaos String Quartet – „Chaos“ Haydn; Fery Rebel; Bach; Ligeti; Rameau; Schnittke and Beethoven

Ein ordentliches Chaos

Es stört, es stresst, es erschreckt – und doch geht eine Faszination von ihm aus: Das Chaos gilt seit jeher als Bedrohung, aber auch als Fundament des Lebens. Etliche Schöpfungsmythen erzählen, die Welt sei aus einer Unordnung, aus einem „Tohuwabohu“, heraus entstanden. In gleicher Weise gelten vor allem anarchische Geistern als befähigt, Meisterwerke der Kunst zu erschaffen. Am schönsten hat diesen Gedanken wohl Friedrich Nietzsche formuliert: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Das vorliegende Album widmet sich Werken, die gleichsam ein tönendes Chaos in sich tragen. Ursprünglich für ganz unterschiedliche Besetzungen geschrieben, erklingen diese Stücke in Arrangements für Streichquartett und werden durch improvisierte Zwischenspiele verbunden – Interludien, für die der ungarische Komponist Samu Gryllus die Grundlage geschaffen hat. Das Chaos String Quartet entstand aus einem legendären Bratschenwitz: „Etabliertes, weltberühmtes Streichquartett sucht neue erste Geige, zweite Geige … und Cellisten.“ Genauso ist es passiert. An der rauen Küste Cornwalls, während einer Meisterklasse in Prussia Cove – zwischen inspirierendem Kammermusikunterricht, einer Vom-Blattspiel-Runde und einem Abendessen bei Kerzenschein – sprach Bratschistin Sara die Geigerin Susanne an, ob sie mit ihr ein Quartett gründen wolle. Nach diesem ersten Gespräch dauerte es eine Weile, bis sich zwei weitere mutige MusikerInnen in ihren späten Zwanzigern fanden, die bereit waren, sich auf das aufregende, manchmal komplexe und riskante Abenteuer Streichquartett einzulassen. Glücklicherweise stießen Eszter und Bas bald darauf mit großer Begeisterung hinzu. Das Ensemble gibt seine Leidenschaft – und ein bisschen Chaos – gerne an die nächste Generation weiter: etwa als Young Artists in Residence an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie unterrichten und mit den MusikerInnen von morgen zusammenarbeiten. Ihre Ernennung zu BBC New Generation Artists (2023–2025) sowie regelmäßige Auftritte in renommierten Sälen wie der Wigmore Hall, dem Musikverein und dem Concertgebouw zeichnen einen Weg nach, auf dem Unvorhersehbarkeit zur Inspiration wird – und erinnern uns daran, dass aus den Quellen des Chaos Musik von seltener Ordnung und Schönheit entstehen kann.


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