Author: Solo Musica GmbH

Andrei Pushkarev

PAVEL BELIAEV (links) ANDREI PUSHKAREV (rechts)

Andrei Pushkarev wurde 1974 in einer Musikerfamilie in Kiew geboren. Im Alter von fünf Jahren begann er seine musikalische Ausbildung mit Klavierunterricht. 1980 trat er in die Kiewer Fachschule für Musik ein.

Schon in jungen Jahren begeisterte sich Andrei für Musik und im Alter von 14 Jahren verlagerte sich sein Focus auf Schlaginstrumente.

1992 wurde Andrei Pushkarev Schüler des Nationalen Konservatoriums Tschaikowsky von Kiew (heute Nationale Musikakademie der Ukraine), wo er seine professionelle Weiterbildung bei Professor Alexander Blinov fortsetzte.

Während seines Studiums am Konservatorium begann Andrei, eigene Werke zu schaffen, einschließlich seiner eigenen Kompositionen für Vibraphon solo. Andrei studierte weiterhin Orchesterpercussion, aber das Vibraphon hatte seine Seele erobert. Das Vibraphon wurde für Andrei viel mehr als ein Lieblingsinstrument. Das Vibraphon, ein echtes Soloinstrument, war in der Lage, die Zuhörer in eine Welt voller neuer aufregender Klänge und Farben zu entführen

1995 gewann Andrei den neu eingerichtete Wettbewerb „Neue Namen der Ukraine“ als Solo-Vibraphonist. Andrei spielte bei der Preisverleihung seine eigenen Musikkompositionen.
Zwischen 1995 und 1999 trat Andrei als Solo-Vibraphonist mit vielen Kammerensembles überall in der Ukraine auf.

In dieser Zeit hat Andrei einen weiteren wichtigen Meilenstein in seiner Karriere erreicht. 1996 wurde er als Hauptpauker für die Kiewer Philharmoniker ausgewählt. Mit 22 Jahren wurde er der jüngste Solopauker eines Sinfonieorchesters in der Ukraine.

1999 erreichte seine musikalische Karriere ein neues Niveau. Andrei Pushkarev trat dem Kremerata Baltica Chamber Orchestra bei. Bis heute hat er den Status eines anerkannten Solisten sowie eines Hauptpercussionisten dieses Ensembles.
Der weltberühmte Geiger Gidon Kremer gründete das Orchester 1997. Seit 1999 tourte Andrei mit Kremerata Baltica um die Welt und nahm an unzähligen Konzerten teil. Darüber hinaus nahm er als Mitglied des Ensembles an zahlreichen Aufnahmen auf Labels wie Nonesuch, Deutsche Grammophon, ECM usw. teil. Als Solist ist er auf der CD-Veröffentlichung „After Mozart“ zu hören, die 2001 in den USA mit einem Grammy Award sowie in Deutschland mit dem Echo Award 2002 ausgezeichnet wurde.

Im Sommer 1999 trat er erstmals beim Kammermusikfest Lockenhaus (Österreich) auf und nahm bald regelmäßig an diesem Festival teil.
In den folgenden Jahren spielte Pushkarev viele Kompositionen als Solo-Vibraphonist beim Kammermusikfest Lockenhaus – zusammen mit Arrangements von Astor Piazzolla, Richard Rogers, Peter Tschaikowsky usw.

Seitdem hat er etliche Arrangements für das Vibraphon- und Violinsolo mit und ohne Kammerorchester geschaffen. Zusammen mit Gidon Kremer und Kremerata Baltica trat er in zahlreichen Konzertsälen auf der ganzen Welt auf, darunter in der Carnegie Hall in New York, in der Albert Hall in London, im Musikverein und im Konzerthaus in Wien, im Concertgebouw in Amsterdam usw.

Gidon Kremer hatte die Idee, Jazz-Arrangements mit 15 zweistimmigen Werken von J. S. Bach für Solo-Vibraphon zu erstellen. Andrei entwickelte die Idee weiter, da er selbst eine große Leidenschaft für Jazz hatte. Schließlich wurde jede der berühmten Werke Bachs im Stil einer Vielzahl von Jazzpianisten umgestaltet und ausgeführt – darunter Oscar Peterson, Dave Brubeck, Chick Corea usw. Im Frühjahr 2004 führte Andrei Pushkarev erstmals das Projekt „Bach Vibrations“ in Basel (Schweiz) beim Festival „Les Museiques“ von Gidon Kremer auf.

Im November 2017 inszenierte die Lettische Nationaloper das Ballett “Don Juan” mit Musik von Mozart und Chopin, arrangiert von Andrei Pushkarev.

Im März 2020 inszenierte das Nationaltheater Brno (Tschechische Republik) das Ballett “Die Kameliendame” mit Musik von Schubert, arrangiert von Andrei Pushkarev.

Inzwischen arbeitet Andrei an zahlreichen Arrangements für Orchester und verschiedene Kammerorchester mit weltberühmten Musikern. Darüber hinaus erschafft er seine eigenen Werke.

Diskografie

Prelisten: Andrea Kauten – Promenade

Veröffentlichung: 30.04.2021

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Andrea Kauten – Promenade

Die Neueinspielung beim Label Solo Musica „Promenade“ der Préludes op. 28 von Frédéric Chopin und der „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky bringt zwei prominente und für das Oeuvre ihrer Schöpfer nachgerade emblematische Klavierzyklen zusammen. In der Gegenüberstellung zeigt die Pianistin Andrea Kauten das Verbindende bei allen erwartbaren Gegensätzen, welches weit über einige offensichtliche Bezugnahmen Mussorgskys auf Chopins Préludes hinaus geht.

Beide großdimensionierte Zyklen verbinden Miniaturen teils aphoristischen Charakters. Sie stehen in der Spannung zwischen europäischer Kunstmusik und den nationalen Einflüssen osteuropäischer und slawischer Traditionen. Vorderhand suchen sie verschiedene Lösungen. Der Kosmopolit Chopin schafft in Ablehnung jeglichen demonstrativen Patriotismus die nahtlose Integration seines polnischen Idioms in einen universell europäischen Ausdruck. Mussorgsky, als bekennender Postkosmopolit, besann sich nachdrücklich auf das Volkstümlich-Russische, das er offensiv allem „Westlichen“ entgegensetzte. Beide Komponisten finden dabei zu einer personalisierten Musiksprache, die bei freier Handhabung der Form die tradierte Harmonik durch gezielte Instabilitäten aufbrechen lässt. Beide treffen sich auf dem Weg in die Moderne. 

Wenn auch beiden Komponisten seelischer Exhibitionismus fremd war und die Werke nur mit äußerster Vorsicht zu den biographischen Momentaufnahmen ihrer Entstehungssituation in Verbindung gesetzt werden dürfen: Beide Zyklen stehen vor dem Hintergrund einer ebenso überraschend hereinbrechenden wie unerbittlichen Auseinandersetzung mit dem Tod.

Mit Leidenschaft, Musikalität und hohem technischen Anspruch entlockt Andrea Kauten einem Konzertflügel verhaltene, poetische, aber auch sehr ausdrucksstarke Klänge. Immer wieder überrascht sie so ihre Zuhörer: „Flushed and at times over-assertive, Kauten leaves you in no doubt of her commitment and intensity“, so Bruce Morrison in Gramophone.


The new Solo Musica recording “Promenade” of Frédéric Chopin’s Préludes op. 28 and Modest Mussorgsky’s “Pictures at an Exhibition” brings together two prominent piano cycles that are almost emblematic of their creators’ oeuvre. In the juxtaposition, pianist Andrea Kauten shows what unites them despite all the expected contrasts, which goes far beyond some obvious references by Mussorgsky to Chopin’s Préludes.

Both large-scale cycles combine miniatures of partly aphoristic character. They stand in the tension between European art music and the national influences of Eastern European and Slavic traditions. For the time being, they seek different solutions. The cosmopolitan Chopin, rejecting any demonstrative patriotism, manages the seamless integration of his Polish idiom into a universally European expression. Mussorgsky, as a self-confessed post-cosmopolitan, emphatically recalled the folk-Russian, which he offensively opposed to everything “Western”. Both composers found their way to a personalised musical language which, while freely handling the form, allows the traditional harmonies to be broken up by deliberate instabilities. Both meet on the path to modernity. 

Even if emotional exhibitionism was alien to both composers and the works can only be related to the biographical snapshots of their genesis with extreme caution: Both cycles are set against the background of a confrontation with death that is as surprising as it is inexorable.

With passion, musicality and a high technical standard, Andrea Kauten elicits restrained, poetic but also very expressive sounds from a concert grand. Again and again she surprises her listeners: “Flushed and at times over-assertive, Kauten leaves you in no doubt of her commitment and intensity”, said Bruce Morrison in Gramophone.


Playlist