Dunja Lavrova – My Dusty Gramophone

Künstler: Dunja Lavrova

Titel: My Dusty Gramophone

Katalog Nr.: SM 216

Veröffentlichung: 10.11.2014

Produktbeschreibung

Meine Liebesbeziehung zu historischen Aufnahmen begann lange bevor ich mit dem Violinspiel anfing. Die Aufnahmen von Jascha Heifetz, Ginette Neveu und Ida Haendel, die meine Familie auf Vinyl besaß und denen ich als Kind wie besessen lauschte, prägten meine Entscheidung, Violinistin zu werden. Diese alten Aufnahmen überwiegen in meiner Musiksammlung noch heute.
Für mich haben die altmodischen Studioaufnahmen etwas ganz Besonderes, vor allem die von Jascha Heifetz: Es liegt etwas sehr Persönliches in diesem sanften, trockenen, hautnahen Klang! Als säße man im Wohnzimmer der Musiker, und sie spielten NUR für dich! Manchmal ist die Intimität so groß, als würde einem der Klang aus nächster Nähe ins Ohr geflüstert – man möchte fast rot werden! Ich entdeckte die perfekten umsponnenen Saiten für mein Instrument, legte meine Schulterstütze ab und verabschiedete mich vom Portamento der „alten Schule“, das ich für das romantische Repertoire benutzt und das mir den freundlichen Spott meiner Kollegen eingebracht hatte, die meinten, ich sei wohl „ein paar hundert Jahre zu spät“ geboren.
All dies führte zu meinem ersten bewussten Experiment mit dem Aufnahmeklang. Zum Spaß beschloss ich, mich selbst beim Spielen typischer Heifetz-Arrangements in einem extrem trockenen, winzigen Raum aufzunehmen. Ich benutzte meinen tragbaren Rekorder, den ich (um die Art der Aufnahmen des frühen zwanzigsten Jahrhunderts nachzuahmen) gleich neben meiner Violine aufstellte – und hatte obendrein noch den digitalen Effekt einer zerkratzten Schallplatte. Die Aufnahmen klangen am Ende überaus nostalgisch! Meine Kollegen und Freunde ermutigten mich, mich wegen eines vollständigen Albums an eine Plattenfirma zu wenden. Für das Album musste ich meine Idee weiterentwickeln: Es ging nun um mehr als einen Spaß mit digitalen Grammofoneffekten. Ich wollte mehr oder weniger zu den Tagen zurückkehren, in denen die Aufnahmen von Musikern wie Jascha Heifetz und David Oistrach noch ganz anders entstanden waren als heute. Genau wie sie damals wollte ich die Mikrofone in unmittelbarer Nähe aufstellen, nahezu keinerlei Hall verwenden, möglichst vieles komplett live aufnehmen – und historische Geräte benutzen. Die große Nähe der Mikrofone hat kaum Fehler verziehen, und es war anstrengend, mehrere vollständige Liveaufnahmen desselben Stücks einzuspielen. Ich muss jedoch gestehen, dass ich es besonders genoss, mehr Portamento als heutzutage üblich einzusetzen – es passte zum Repertoire des Albums und zu unserer Art der Aufnahmetechnik. Und es trägt, wie ich finde, zu einem authentischeren Erlebnis bei und damit zu genau dem, worauf ich hinauswollte: eine Reise in die Vergangenheit.Dunja LavrovaSpezielles „DAD“ Recording – Analoge Mischung

Tracklist

Polonaise de Concert op. 4 in D-major Henri Wieniaski
Mélodie, op. 42 P.Tschaikowsky
Romance, op 6 No.1 S.Rachmaninoff
Danza de la Gitana Halfter – Heifetz
Clair de Lune C. Debussy arr. A. Roelens
Intermezzo from FAE Sonata Robert Schumann
Valse Bluette R. Drigo – Heifetz
Daisies op. 38 Rachmaninoff – Heifetz
Cantabile in D major op. 17 N. Paganini
Prelude in C-sharp minor op.34 D.Shostakovich – A. Tsiganov
Beau Soir Debussy – Heifetz
Bess, You Is My Woman Now Gershwin – Heifetz
Deep River Trad. Arr. Jascha Heifetz
Tango N2, op. 165 L. Albeniz, Arr. F.Kreisler
Estrellita Ponce – Heifetz
Zigeunerweisen, op. 20 – Moderato Pablo de Sarasate
Zigeunerweisen, op. 20 – Un peu plus lento Pablo de Sarasate
Zigeunerweisen, op. 20 – Allegro molto vivace Pablo de Sarasate
Nana Trad./ M. de Falla
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